Die Ergebnisse einer Metaanalyse zeigen, dass Personen, die sich konsequent an die mediterrane Ernährung hielten, ein signifikant geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und Demenz aufwiesen, was auf deutliche Schutzeffekte der mediterranen Ernährung gegenüber allen untersuchten Formen kognitiver Störungen deutet.
Zusammenfassung der Studie: The role of the Mediterranean diet in reducing the risk of cognitive impairement, dementia, and Alzheimer’s disease: a meta-analysis, 2025
Altersbedingte kognitive Beeinträchtigungen und Demenz stellen weltweit eine bedeutende gesundheitliche, soziale und ökonomische Herausforderung dar. Während die Alzheimer-Krankheit (AD) lange Zeit als die häufigste Ursache von Demenz galt, belegen neuere Erkenntnisse, dass vaskuläre kognitive Beeinträchtigungen und Demenz (VCID) inzwischen für nahezu die Hälfte aller Demenzfälle verantwortlich sind. Die mediterrane Ernährung, die sich durch einen hohen Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und Olivenöl auszeichnet, ist nicht nur für ihre kardiovaskulären Schutzwirkungen bekannt, sondern kann auch das Risiko für kognitiven Abbau und Demenz verringern.
Eine im Januar diesen Jahres veröffentlichte Studie von Fekete et al. (2025) [1] verfolgte das Ziel, durch eine umfassende Metaanalyse die vorhandenen Daten aus unterschiedlichen Untersuchungen zusammenzuführen, um den Zusammenhang zwischen der Einhaltung zur mediterranen Ernährung und dem Risiko für kognitive Beeinträchtigungen, Demenz und Alzheimer-Krankheit präziser zu bewerten und besser zu verstehen.
Methodik
Zur Untersuchung der schützenden Wirkung der mediterranen Ernährung auf die kognitive Gesundheit wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, Web of Science und Google Scholar durchgeführt. Dabei wurden Studien berücksichtigt, die zwischen 2000 und 2024 veröffentlicht wurden. In die Metaanalyse eingeschlossen wurden Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen der Einhaltung der mediterranen Ernährung und der Inzidenz von Demenz sowie Alzheimer-Krankheit (AD) untersuchten. Von insgesamt 324 überprüften Volltexten erfüllten 23 die vordefinierten Einschlusskriterien und lieferten auswertbare Daten zum Zusammenhang zwischen der mediterranen Ernährung und kognitivem Abbau, milder kognitiver Beeinträchtigung (MCI), Demenz sowie der Alzheimer-Krankheit.
Ergebnisse
Die Metaanalyse bestätigt die schützende Wirkung der mediterranen Ernährung auf die kognitive Gesundheit und zeigt eine signifikante Risikoreduktion für kognitiven Abbau, Demenz und Alzheimer-Krankheit. Die positiven Effekte beruhen vor allem auf einer Kombination entzündungshemmender, antioxidativer sowie gefäß- und nervenschützender Wirkmechanismen. Zentrale Bestandteile der mediterranen Ernährung – wie Polyphenole, Omega-3-Fettsäuren, einfach ungesättigte Fettsäuren und andere sekundäre Pflanzenstoffe – wirken schädlichen Zell- und Alterungsprozessen entgegen. Sie unterstützen die Gesundheit der Blutgefäße und der Mitochondrien (den „Kraftwerken“ der Zellen) und beeinflussen zudem die Bildung und Ablagerung krankhafter Eiweißstrukturen (Amyloid- und Tau-Proteine), die eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Alzheimer spielen. Darüber hinaus trägt die mediterrane Ernährung zur Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Dyslipidämie bei, die eng mit vaskulärer Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen verbunden sind. Angesichts der zunehmenden globalen Prävalenz von Demenz und der wachsenden Belastung durch ungesunde Lebensgewohnheiten besitzt die mediterrane Ernährung ein hohes gesundheitspolitisches Potenzial als nicht-pharmakologische Präventionsstrategie.
Die eingeschlossenen Studien haben überwiegend beobachtenden Charakter, wodurch kausale Zusammenhänge nur eingeschränkt ableitbar sind. Künftige randomisierte kontrollierte Studien und Untersuchungen in nicht-mediterranen Populationen sind erforderlich, um die Generalisierbarkeit und Kausalität der beobachteten Zusammenhänge weiter zu untermauern.
Schlussfolgerung
Diese Metaanalyse zeigt zusammenfassend, dass die Umsetzung der mediterranen Ernährungsempfehlungen das Risiko für Demenz und Alzheimer deutlich senkt. Die mediterrane Ernährung, die sich durch einen hohen Anteil an Antioxidantien, entzündungshemmenden Nährstoffen und gesunden Fetten auszeichnet, leistet einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt kognitiver Leistungsfähigkeit und zur Prävention neurodegenerativer Erkrankungen. Diese Ergebnisse verdeutlichen das große Potenzial der Mittelmeerdiät als zentrales Element neuroprotektiver und präventiver Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit, um die weltweiten Auswirkungen von kognitivem Abbau und Demenz zu reduzieren und ein gesünderes kognitives Altern in der Bevölkerung zu fördern.
Quelle:
[1] Fekete M, Varga P, Ungvari Z, Fekete JT, Buda A, Szappanos Á, Lehoczki A, Mózes N, Grosso G, Godos J, Menyhart O, Munkácsy G, Tarantini S, Yabluchanskiy A, Ungvari A, Győrffy B. (2025). The role of the Mediterranean diet in reducing the risk of cognitive impairement, dementia, and Alzheimer’s disease: a meta-analysis. Geroscience. 2025 Jun;47(3):3111-3130. doi: 10.1007/s11357-024-01488-3. Epub 2025 Jan 11. PMID: 39797935; PMCID: PMC12181514.


